Optimierung der Kosteneffizienz für die Cloud-orientierte Softwareentwicklung bei NetApp mithilfe von FinOps

March 2, 2022 by

Die sich beschleunigende Verlagerung hin zur Hybrid Cloud hat nicht nur das Management datenzentrierter Applikationen grundlegend verändert – sie stellt auch das traditionelle Modell der IT-Ausgaben auf den Kopf. Jahrzehntelang ging es vor allem darum, die laufenden Kosten, etwa für Lizenzen, Energie und Wartung, in Einklang zu bringen mit zyklischen Investitionen, die jeweils im Abstand einiger Jahre für IT-Erweiterungen sowie Hardware- und Software-Upgrades anfallen. IT-Manager, Finanzverantwortliche und Beschaffungsexperten kämpften mit ebenso komplizierten wie frustrierenden Tabellen- und Berichtsanalysen, um zu ermitteln, welche Hardware- und Infrastrukturinvestitionen in den kommenden Jahren wohl den größten Nutzen bringen.

Dieses Modell verändert sich jetzt nach und nach. Der Trend geht immer mehr zur Hybrid Cloud und zu Cloud-orientierten serverlosen und storagelosen Umgebungen – viele Unternehmen verlagern einen größeren Teil ihrer IT-Ausgaben von Investitionen hin zum laufenden Betrieb in Verbindung mit der Cloud. Dem Marktforschungsunternehmen IDC (International Data Corporation) zufolge überstiegen die Ausgaben für Public-Cloud-IT-Infrastrukturen im zweiten Quartal 2020 erstmals die Ausgaben für nicht Cloud-basierte IT-Infrastrukturen. Im Jahresvergleich legten sie um fast 48 Prozent auf 14,1 Milliarden US-Dollar zu. Innerhalb desselben Zeitraums sanken die Investitionen in nicht Cloud-basierte IT-Infrastrukturen um knapp 9 Prozent.

Wir bei NetApp sind davon überzeugt, dass wir ausgehend von umfassenderen Informationen über unserer Kosten und den damit verbundenen Nutzen einen strategisch sinnvollen Einsatz unserer Ressourcen zur Finanzierung der digitalen Transformation erreichen. Damit werden wir letztlich auch unseren Kunden, Partnern und Investoren noch besser gerecht. Vor diesem Hintergrund erkundet das IT-Team von NetApp FinOps (Cloud-Finanzmanagement) – insbesondere im Zusammenhang mit CloudOne, unserer Hybrid-Cloud-Komplettplattform für Softwareentwicklung und -betrieb.

Was ist FinOps?

FinOps ist laut FinOps Foundation ein relativ neues Konzept für mehr Transparenz und den Aufbau finanzieller Verantwortlichkeit innerhalb des variablen Ausgabenmodells der Cloud. Im Wesentlichen entwickeln die Finanz- und IT-Abteilung eine Reihe von Best Practices, um die mit dem Cloud-Nutzungsverhalten verbundenen Kosten zu erfassen und zu quantifizieren, damit letztlich ein guter Einblick in diese Kosten entsteht. Bei Hardwarekosten ist es wichtig, nicht nur die reinen Anschaffungskosten zu betrachten, sondern die Gesamtbetriebskosten. Nach dem gleichen Prinzip geht es bei den Best Practices um die drei Faktoren Geschwindigkeit/Performance, Qualität und Kosten. Ziel ist es, ein Cloud-Zuweisungsmodell zu erstellen, das Applikationsteams beim richtigen Einschätzen ihrer Cloud-Nutzung unterstützt. Potenziell soll es damit möglich werden, die entsprechenden Kosten genau den jeweiligen Teams zuzuordnen.

Hier bei NetApp bot es sich an, den FinOps-Einsatz mit CloudOne zu starten, einer Cloud-orientierten End-to-End-Lösung als Service. In CloudOne erstellen unsere Entwickler Applikationen in Containern – Automatisierung, Tools und Pipeline-Infrastruktur sind dabei komplett zentral verfügbar. CloudOne verbindet Private-Cloud- und Public-Cloud-Technologien von Unternehmen wie AWS mit führenden NetApp Technologien, etwa Spot by NetApp für Einsparungen durch AWS-Spot-Instanzen. Wir arbeiten hart dafür, unseren Entwicklern unabhängig von der jeweiligen Back-End-Daten-Unterstützung eine einheitliche CloudOne-Nutzung zu bieten. Gleichzeitig war es uns wichtig, besser zu verstehen, wie sich bestimmte Applikationen und Anwendungsentwicklungsverfahren auf unser Endergebnis auswirken. Die Entwicklungsteams sollen in der Lage sein, fundierte Entscheidungen über ihre Cloud-Nutzung zu treffen.

Implementierung von FinOps in der IT von NetApp

Die Aufgabenstellung war also klar. Mit Blick darauf haben unsere für Finanzen, IT-Plattform, Cloud und Infrastruktur zuständigen Teams in den vergangenen Jahren zusammengearbeitet, um eine Methodik und eine Reihe von Best Practices für das Erfassen von Kosten und Nutzen der Cloud-Inanspruchnahme zu konzipieren. Wir haben uns beschäftigt mit Berichten von Public-Cloud-Partnern sowie mit Analysen von NetApp Cloud InsightsNetApp ONTAP Cloud Manager und anderen NetApp Technologien. Auch haben wir Partnerressourcen herangezogen, darunter die Splunk App for NetApp Data ONTAP. Wir haben nach Gemeinsamkeiten gesucht, um gewissermaßen Äpfel mit Äpfeln zu vergleichen. Die FinOps Foundation hat uns mit umfassender Beratung und vielen Ressourcen beim Ausarbeiten von Best Practices unterstützt. Zum Optimieren unseres Prozesses haben wir zudem auf eigene Informationen und Betrachtungen zurückgegriffen.

Bei der Entwicklung unserer Verfahren war es dem Team wichtig, dafür zu sorgen, dass unsere Entwickler auch weiterhin über die zum Erstellen außergewöhnlicher Applikationen notwendige Kapazität und Performance verfügen. Allerdings war uns auch bewusst, dass man unter Umständen nicht in jedem Fall rund um die Uhr das höchste Maß an Performance benötigt – etwa so, wie es vielleicht auch nicht unbedingt nötig ist, in Formel-1-Geschwindigkeit zum Supermarkt zu fahren. Entsprechend haben wir bei unseren Best Practices und unserer Methodik für CloudOne einige Schlüsselfaktoren in den Mittelpunkt gestellt, darunter die Kosten nach Compute- und Storage-Kapazität.

Dann ging es maßgeblich um Governance. Veränderte Basispreise, die Implementierung neuer Technologien und andere Faktoren können zu Kostenschwankungen führen. Durch ein Konzept für regelmäßige Überprüfungen und Bewertungen haben wir gleichbleibend präzise und aktuelle FinOps-Messungen gesichert.

Dann haben wir die erste Phase unseres FinOps-Programms mit einer soliden Informationskampagne für die Beteiligten bei uns eingeleitet. Über mehrere Monate hinweg hatten unsere Applikationsteams Gelegenheit, die Auswirkungen ihrer Entwicklungsprozesse und -praktiken aus Kostenperspektive zu betrachten. So konnten sie erkennen, wie einfache Änderungen manchmal die Effizienz steigern und die Kosten optimieren.

Wir stehen noch am Anfang, doch schon jetzt wirkt sich die aktivere Rolle unserer Entwickler beim Management der IT-Ausgaben für die Cloud merklich aus. Das große Potenzial von FinOps begeistert uns – wir arbeiten an der Erweiterung des Programms. In der Zwischenzeit würden wir sehr gern von Ihnen hören! Lassen Sie uns gern wissen, was Sie von FinOps halten und welche Fragen Sie gegebenenfalls haben.

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